basics Nr. 481

„Das Jugendfestival der Europaregion ist für die Jugendlichen der drei Länder Tirol, Südtirol und Trentino Diskussi- onsplattform und Denk- fabrik zugleich“ Landeshauptmann Arno Kompatscher ” EUREGIO TIROL FREITAG, 4.6.2021 | NR. 481 2 D ie Landesregie- rung ergreift also wieder einmal Maß- nahmen, um in Tirol für leistbares Wohnen zu sorgen. Anstatt ständig an bestehenden Maßnahmen he- rumzuschrauben und mit großen Worten um sich zu werfen, sollte die Wohnungspo- litik der vergangenen Jahre kritischer hin- terfragt werden. Die Maßnahmen haben nichts gebracht. Es ist Zeit für eine Kehrt- wende. Der freie Wohnungsmarkt habe versagt, hört man immer als Rechtfertigung für poli- tisches Eingreifen und die damit einherge- hende Überregulierung. Doch in Wahrheit hat es in den letzten Jahrzehnten niemals ei- nen völlig freien Wohnungsmarkt gegeben, der sich hätte entwickeln können. Durch den geförderten Bau von Miet- und Eigen- tumswohnungen wurde der Wettbewerb dermaßen stark verzerrt, dass davon nicht einmal annähernd die Rede sein konnte. Das Modell der Wohnbauförderung, für die jährlich Unsummen bereitgestellt werden, ist an seinen eigenen strengen Vorgaben ge- scheitert. Sinnvoller wäre es, mehr Verdich- tung und höhere Gebäudehöhen zu ermög- lichen, damit private Bauträger mehr Woh- nungen errichten können. Außerdem müss- ten in den Flächenwidmungsplänen mehr Mischgebiete ermöglicht werden, in denen zum Beispiel studentisches Wohnen ohne Weiteres möglich wäre. Denn der Grund, warum das Wohnen nicht leistbar ist, ist ganz simpel. Die Nachfrage übersteigt das Angebot. Unter anderem deshalb, weil die Politik verhindert, dass Private mehr Ange- bot schaffen. Nicht der freie Markt hat versagt, sondern die öffentliche Hand ist gescheitert. Wenn die Politik wirklich für leistbares Wohnen sorgen will, ist es höchste Zeit, dass sie sich selbst zurückzieht, den Markt entreguliert und großzügig Baugenehmigungen an pri- vate Bauträger verteilt, damit diese endlich mehr Wohnraum schaffen können. [email protected] Euregio-Jugendfestival 2021: Für Jugendliche zwischen 16 und 19 Jahren Das Euregio-Jugendfestival findet in diesem Jahr zum zehnten Mal statt. Wegen der Corona- Bestimmungen touren die Jugendlichen nicht durch die drei Länder, sondern treffen sich in Tirol. Von 22. bis 25. September 2021 geht die zehnte Ausgabe des Euregio-Jugendfestivals in Steinach am Brenner und Innsbruck über die Bühne. Dieses Jahr steht das Festival unter dem Motto „Die Europaregion gemeinsam bauen“. Auf 35 Schüler und Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren warten spannende Einblicke in die Besonderheiten der drei Euregio-Landesteile Tirol, Südtirol und Trentino. Ein Highlight der Jubiläumsausgabe ist der Festakt in Innsbruck am 24. September 2021 mit Euregio-Präsident Günther Platter. Sich besser kennenlernen Das Euregio-Jugendfestival bietet darüber hin- aus ein abwechslungsreiches Rahmenpro- gramm: Neben Diskussionen über aktuelle Themen wie die Zukunft von Mobilität, Ausbil- dung und Entwicklung der Europaregion mit ausgewählten Fachleuten stehen die Besichti- gung der BBT Tunnelwelten und der neuen In- formations- und Koordinierungsstelle der Eu- regio in Innsbruck auf dem Programm. Ein zentraler Aspekt des Jugendfestivals ist natür- lich auch das Kennenlernen und die Begegnung mit neuen Freundinnen und Freunden aus der Europaregion. Anmeldungen für das Jugendfestival sind bis 14. Juni unter www.euregio.info/festival2021 möglich. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Euregio-Jugendfestival fand zum letzten Mal 2018 im Congress Centrum Alpbach statt. Heuer geht es anfangs September in Steinach am Bren- ner über die Bühne. FOTO: EUREGIO/GARILLI F orscherinnen und Forscher bis 35 Jahre, die sich mit der europäischen Klimapo- litik beschäftigen, können sich umden Jung- forscherInnen-Preis der Euregio bewerben. Der „Euregio-JungforscherInnenpreis“, den Wirtschafts- und Handelskammern der Eu- roparegion Tirol-Südtirol-Trentino stiften, wird in diesem Jahr zum zehnten Mal verge- ben. Bis zum 15. Juni können sich junge For- scherinnen und Forscher darum bewerben, die am Thema „Europe's Green Transition – The Climate Opportunity“ arbeiten. Eine hochrangige Jury unter der Leitung der Prä- sidentin der Freien Universität Bozen, Ulri- ke Tappeiner, ermittelt die besten Projekte. Die ausgewählten Jungforschenden werden zwischen dem 21. und 22. August zu den Ti- roltagen des Europäischen Forums Alpbach eingeladen, um ihre Arbeiten vorzustellen und sich mit renommierten Wissenschaft- lern und politischen Verantwortungsträgern auszutauschen. Zur Bewerbung zugelassen sind ordentliche Studierende bis zum voll- endeten 35. Lebensjahr, die entweder an ei- ner Universität, Hochschule und For- schungseinrichtung in der Europaregion oder aus der Europaregion stammend an ei- ner Universität, Hochschule oder For- schungseinrichtung weltweit tätig sind. In- teressierte sind dazu eingeladen, eine engli- sche Kurzfassung ihrer Forschungsarbeit unter [email protected] einzureichen. Bewerbungen bis zum 15. Juni sind noch möglich Haben Stärke gezeigt Die Zusammenarbeit in der Euregio wird weiter vertieft D ie enge Zusammenarbeit in der Euregio Tirol wird fortgesetzt. „Ich freue mich sehr, dass die positive Entwicklung der Corona-Pandemie ein physisches Zusammen- treffen in Innsbruck ermöglicht hat. Die letzten Monate waren für unsere drei Landesteile alles andere als einfach. Auch wenn die Europaregi- on bei der Übernahme von Intensivpatienten und der Beschaffung von Schutzausrüstung vorbildlich zusammengearbeitet hat, brachte die Schließung der Brennergrenze im Frühjahr Eröffneten gemeinsam das Euregio-Museumsjahr: LR Daniel Alfreider (Südtirol), LRin Beate Palfrader, Peter Assmann (Tiroler Landesmuseen), Karl Berger, Leiter Volkskunstmuseum, LHStv Mario Tonina, LH Günther Platter, LH Arno Kompatscher (im Bild von links) . FOTO: LAND TIROL/BERGER Vor kurzem tagte der Vorstand der EuroparegionTirol, Südtirol undTrentino unter Vorsitz des Ti- roler Euregio-Präsidenten LHGünther Platter in der Hofburg in Innsbruckmit LHArno Kompat- scher (Südtirol) undLandeshauptmann-StellvertreterMarioTonina (Trentino). Themenwarenun- ter anderem Zusammenarbeit im Zivil- und Katastrophenschutz, Stärkung der Gemeinden und Euregio-Au-Pair-Programm. und im Winter doch auch enorme Belastungen mit sich – vor allem für viele Familien, Lebens- partnerschaften und Freundschaften. Jetzt gilt es, auf europäischer Ebene sicherzustellen, dass der Grenzübertritt für die 3 Gs – geimpft, getes- tet oder genesen – möglichst einfach funktio- niert und die Bürgerinnen und Bürger mit dem grünen Pass wieder ihr Europa ohne Grenzen zurückbekommen“, so LH Platter und ergänzt: „Trotz aller mit der Corona-Pandemie verbun- denen Widrigkeiten haben wir uns in der Eure- gio nicht entmutigen lassen, sondern Stärke ge- zeigt. Zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger wurde weiter an der Intensivierung unserer Zu- sammenarbeit gearbeitet.“ Auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kom- patscher verweist darauf, dass „der Faden der Zusammenarbeit trotz oder gerade wegen der Pandemie nie abgerissen ist, sondern sogar ge- stärkt wurde“. Lebendiges Beispiel seien die be- schlossenen Projekte: „Wenn wir beispielsweise beim Bevölkerungsschutz die Landesgesetze aneinander angleichen, heben wir die gelebte Praxis der grenzüberschreitenden Hilfeleistung auf eine neue Ebene.“ Auch mit der finanziellen Unterstützung junger Menschen im Rahmen des Euregio-Au-Pair-Programms oder mit der Stärkung der Gemeinden komme die Euregio immer näher zu den Menschen der drei Eure- gio-Länder. Gleich mehrere wichtige Projekte wurden be- schlossen. Im Zivil- und Katastrophenschutz werden etwa die drei Landesgesetze von Tirol, Südtirol und Trentino angeglichen, damit in Zukunft grenzüberschreitende Einsätze klar ge- regelt sind. Damit wird die gelebte Praxis der grenzüberschreitenden Hilfeleistung auf eine neue Ebene gehoben, bis hin zur Versicherung der Helferinnen und Helfer. Rechtzeitig zur Maturazeit präsentiert die Eure- gio das Euregio-Au-Pair-Programm. Junge Er- wachsene, die ihre Sprachkenntnisse verbes- sern und einen neuen Landesteil kennenlernen möchten, bekommen für ein halbes Jahr einen Lebenskostenzuschuss von monatlich 250 Eu- ro. Im Herbst findet der erste Euregio-Gemein- dentag statt. Im Beisein der BürgermeisterIn- nen aus allen drei Landesteilen werden die Ge- meindeverbände von Tirol, Südtirol und Tren- tino ein eigenes Kooperationsabkommen un- terzeichnen. Im Mittelpunkt stehen der regelmäßige Austausch, die Entwicklung und Stärkung von Gemeindepartnerschaften und die Kennzeichnung der Gemeinden als Eure- gio-Partner. Beim ersten Euregio-Gemeindetag in Hall in Tirol am 30. September 2021 wird zu- dem der Euregio-Rat der Gemeinden vorge- stellt, der die Landeshauptleute bei Fragen der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden und der Euregio, aber auch bei gemeinsamen Projekten beraten wird. KOMMENTAR

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