Kategorie: Schule bewegt
Serie Teil 20: Schule bewegt
Mehr Chancengleichheit
Prof. Mag. Josef Auer, Bgm. von Radfeld und Nationalratsabgeordneter, karenzierter Lehrer für mittlere und höhere Schulen
Genau in jenen Ländern, in denen die Kinder bereits im Alter von zehn Jahren „schulisch auseinander gerissen“ werden, ist der Zusammenhang zwischen dem Einkommen der Eltern und dem Bildungsgrad ihrer Kinder am (weitaus) höchsten. So auch in Österreich! Kurz: Je mehr Einkommen Eltern haben, umso gebildeter sind ihre Kinder! Nur durch eine gemeinsame Schule für alle 10- bis 14-Jährigen kann die Chancengleichheit angehoben werden.
Nur ein paar plausible Argumente:
• In Südtirol gibt es die gemeinsame Schule schon sehr lange und die Ergebnisse sind ausgezeichnet. Die konservativen Argumente wie z.B. „Einheitsbrei“, „leistungsfeindlich“ usw. stimmen nicht und sind nur dazu da, um die Bevölkerung zu verunsichern und den derzeitigen Zustand (Besitzstand) zu verteidigen.
• In jenen Regionen, in denen fast alle Kinder in eine Hauptschule und nicht ins Gymnasium gehen (z.B. Zillertal), ist die HS eine echte gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen und bringt sehr gute Ergebnisse. In Ballungsräumen aber wird die HS ausgedünnt und die Ergebnisse sind statistisch schlecht. Dort fehlt eine echte Chancengleichheit! Das ist sowohl menschlich wie auch volkswirtschaftlich abzulehnen!
• Wenn Kinder erst mit 14 oder 15 Jahren in eine weiterführende Schule gehen, dann bleiben sie länger in der unmittelbaren Umgebung, werden nicht so früh aus den (Dorf-, Freundes-, Vereins-, …) Strukturen gerissen. Das wäre auch familienfreundlich!
• Das Argument „es braucht Wahlfreiheit“ ist unehrlich, denn „echte Wahlfreiheit“ haben nur Kinder aus besseren Verhältnissen.
• Durch die frühe Selektion entsteht bereits in der Volksschule ein Leistungsdruck, der für Kinder dieses Alters pädagogisch völlig falsch ist und die Leistungen verschlechtert.












