Kategorie: Schule bewegt
Das lebenslange Lernen beginnt in der Schule
Mag.a Sabine Platzer-Werlberger,
AMS Tirol, Abteilung Grundlagen
An der Schnittstelle Arbeitsmarkt und Bildung gab es in den letzten Jahren eine zentrale Entwicklung. Es ist die Erkenntnis, dass das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit eine gute Ausbildung darstellt. Lebenslanges Lernen – fachlich und persönlich – wurde zur viel beschriebenen Anforderung für krisensichere ArbeitnehmerInnen.
Die Basis dafür, dass flexible Fachkräfte, die ambitioniert ihren Lern- und Berufsweg gehen, zur Verfügung stehen, wird in der Schule gelegt. Die Anforderungen dafür klingen logisch: In der Pflichtschule soll eine solide Basis an Grundwissen erarbeitet werden. Und es geht um die ganzheitliche Förderung der Kinder und Jugendlichen. Daneben soll Lernen als Kulturgut an sich im positiven Sinne „erlernt“ werden.
Die Realität ist eine andere: Wir erleben eine zunehmende Polarisierung im Bereich der Bildungsniveaus der Jugendlichen. Da gibt es einerseits eine bestens geförderte Gruppe, die sich bis kurz vor Studienbeginn keine Gedanken über Ausbildung, Beruf zu machen braucht. Schulische Krisen werden durch angekauftes oder selbst erbrachtes Lerncoaching überwunden. Daneben gibt es eine wachsende Gruppe Jugendlicher, die z.B. nach der Pflichtschule in überbetrieblichen Lehrlingswerkstätten fit für die „echte“ Lehre gemacht werden muss, da dies bisher nicht gelungen ist. Weil die Jugendlichen schwierig, die Klassen zu groß, die LehrerInnen mit anderen, oft sozialarbeiterischen Herausforderungen, belastet und überlastet sind. Seit Jahren erleben wir eine intensive und emotional geführte Diskussion des Bildungssystems. Einzelne Schritte in Richtung Ganztagsbetreuung, Neue Mittelschule/Hauptschule sind gesetzt – fruchten aber ohne eine grundsätzliche Reform und Modernisierung der Bildungsorganisation wenig. Diese ist aus arbeitsmarktpolitischer und gesellschaftspolitischer Sicht aber einfach unumgänglich – und zwar rasch.












