14.02.2013
Kategorie: Bildung

Wie Sozialkompetenz zeigen?

Wie jeder Einzelne in der Praxis durch soziale Kompetenz punkten kann, erklärt Johannes Andexlinger von JAvisio-Coaching.


Sozialkompetenz kann im Beruf über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. [Foto: Fotolia]

Dass Sozialkompetenz viel eigenes Zutun erfordert und nicht von selbst passiert, wurde an dieser Stelle bereits dargelegt. Aber was kann man nun selbst dazu beitragen, um Sozialkompetenz auch selbst in der Praxis umsetzen zu können?
Johannes Andexlinger, JAvisio Salzburg, beantwortet diese Frage mit den Worten „Der Mensch ist von Grund auf neugierig. Diese Neugierde begleitet uns, in welcher Form auch immer, ein Leben lang. Bei Gesprächen sind es Inhalte und Themen die spannend sind, darüber zu sprechen. Die Qualität eines Gespräches hängt bekanntlich nicht von  der Anzahl der Gesprächsteilnehmer ab. Interessant ist es jedoch zu beobachten, wie sich Gespräche entwickeln und wie schnell Themenwechsel erfolgen können, wenn einer der Teilnehmer die Gesprächsrunde verlässt, oder diese Person bei diesem Gespräch erst gar nicht anwesend war.“ Andexlinger bringt damit zum Ausdruck, dass häufig über Personen „gesprochen“ wird, die einfach NICHT DA sind. Johannes Andexlinger erklärt an einem anschaulichen Beispiel, wie sich Gespräche entwickeln können, wenn Personen abwesend sind, also selbst keine Stellung zu Aussagen beziehen können: Eine kleine Runde von drei Personen steht zusammen und unterhält sich.
Plötzlich muss eine Person den Gesprächsring für kurze Zeit verlassen. Das Gespräch kann von den beiden anderen Personen ohne Probleme weitergeführt werden. Jetzt passiert vielleicht etwas, dass so der ein oder andere von uns kennt: Das Thema wird plötzlich gewechselt. „Heute hat er sich wieder komisch benommen in unserem Meeting. Irgendwie ist unser Kollege anstrengend, ich glaube, dass…“ Plötzlich kommt die Person, die den Gesprächsring kurz verlassen hat, wieder zurück. Was passiert? Das Thema erfährt in Sekundenschnelle wieder eine Wandlung. Es wird das „alte“ Thema diskutiert. Ein ähnliches Szenarium passiert ein zweites Mal – nur verlässt eine andere Person der Gesprächsrunde den Raum.
Die Frage, die sich stellt ist einfach: Angenommen, die dritte Person müsste aus irgendeinem Grund den Raum verlassen – wird sie es tun, nach dem, was sie gerade miterlebt/mitgestaltet hat – oder wird diese Person versuchen, möglichst im Raum zu bleiben? Wir sprechen hier vom so genannten Spiel mit dem „Fehler des anderen“. Damit tut sich unsre Gesellschaft normalerweise leicht: über jemanden zu sprechen, der nicht anwesend ist. Bereits hier bieten sich unzählige Möglichkeiten, sich in „sozialer Kompetenz“ zu üben. Deshalb – so Johannes Andexlinger – macht es Sinn, sich nicht nur im Privatbereich, sondern auch speziell im Unternehmensbereich über das Thema „Kommunikationskultur in Organisationen“ zu unterhalten.
Ein Tipp des Kommunikationsexperten an dieser Stelle: Sollten Sie in eine ähnliche Situation geraten, wie sie beschrieben wurde, dann stellen Sie sich doch einmal bewusst die Frage: „Wie würde es mir selbst ergehen, wenn ich weiß, dass jemand in meiner Abwesenheit schlecht/negativ über mich spricht – jedoch mir persönlich gegenüber das Thema nie erwähnt?“ Wagen Sie es, konstruktiv zu reagieren!
Wagen Sie es, Ihren Gesprächspartner darauf aufmerksam zu machen, dass es nur fair ist, das Thema mit der gerade abwesenden Person doch zu besprechen, wenn
diese Person sich zu Themen oder Behauptungen äußern kann.