16.12.2011
Kategorie: Wirtschaft, Bildung, Politik

Kulturelle Vielfalt als Chance


[Foto: Land OÖ] v.l.n.r: Deniz Topa, Bernadette Meszaros, Staatssekretär Sebastian Kurz, Landesrätin Mag.a Doris Hummer und Alexander Reisinger

Unterschiede Als Potenzial. Kulturelle Vielfalt, internationale Mobilität, Mehrsprachigkeit und Globalisierung sind heute zentrale Merkmale unserer Gesellschaft. Dies trifft natürlich auch auf das alltägliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in der Schule, am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft zu. Denn mittlerweile leben etwa 192.500 Menschen mit Migrationshintergrund (13,6 Prozent) in OÖ. Laut einer Studie des österreichischen Integrationsfonds sind allerdings rund zwei Drittel der Österreicher mit der Integration unzufrieden, bei den 15-18 -jährigen meinen 69 Prozent, dass „die Integration schlecht bis sehr schlecht“ funktioniert. Eine Befragung des Instituts für Jugendkulturforschung in Österreich ergab sogar, dass Zuwanderung das Top-Thema, sogar noch vor Arbeit und Bildung ist. 

„Für gelungene Integration gibt es viele Ansätze. Einer wirkt sicher: Begegnungen ermöglichen! Ich will, dass bereits Jugendliche diese Begegnungen als Bereicherung wahrnehmen und als eigenes Zukunftspotential entdecken“, so Jugend-Landesrätin Doris Hummer.

Sie unterstützt die Begegnung und den Dialog von Jugendlichen seit Oktober durch ein neues Projekt: „Peer Education Interkulturelle Kompetenz“, was bedeutet, dass die Schüler ihr erworbenes Wissen in andere Gruppen von Gleichaltrigen tragen werden.

Der vom LandesJugendReferat OÖ gemeinsam mit der Young Caritas, SOS Menschenrechte und dem Landesschulrat OÖ organisierte Lehrgang umfasst zwei jeweils zweitägige Ausbildungsmodule für Schüler, die im Februar 2012 abgeschlossen sein werden. Die Jugendlichen setzen sich dabei u.a. mit Kultur, Heimat, Identität, Religion, Integration, kultureller Vielfalt auseinander. Ebenso gibt es ein Argumentationstraining gegen rassistische Sprüche sowie für den Umgang mit Fremdenfeindlichkeit. 

Nach der Ausbildung fördern die Peers in der Schule und in der Freizeit den interkulturellen Dialog. Sie organisieren ihrerseits Projekte und geben ihre Erfahrungen weiter. „Sie dienen als Integrations-Botschafter unter den Gleichaltrigen und sollen vermitteln, dass Weltoffenheit cool ist“, so Landesrätin Hummer. Die Anzahl von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte ist in den Bezirken unterschiedlich stark ausgeprägt. Brennpunkt sind die großen Städte. Deshalb wurden für das Pilotprojekt zunächst Schulen aus dem Raum Linz, Wels und Traun eingeladen.