basics Nr. 480

EUREGIO TIROL FREITAG, 21.5.2021 | NR. 480 2 Chance und Lernprozess Euregio veranstaltet zweiten AusbilderInnen-Stammtisch in Südtirol Das Thema „Duale Ausbildung“ ist einer der Schwerpunkte der Tiroler Euregio-Präsidentschaft. ImRahmen eines Stammtisches treffen sich Lehrlingsausbildner aus Tirol, Südtirol und dem Trentino, um sich über Best Practice-Beispiele und fachlich päd- agogische Qualifikationen betrieblicher Ausbildnerinnen und Ausbildnern auszutauschen. D ie in Tirol bereits etablierten Stammti- sche des Ausbilderforums bieten allen in der Lehrlingsausbildung Tätigen ei- ne Plattform zur Vernetzung und zum Erfah- rungsaustausch. „Das Format wurde aufgrund seines anhaltenden Erfolgs auch auf die drei Länder ausgerollt“, erklärt Euregio-Präsident Landeshauptmann Günther Platter. Dabei können Ausbilderinnen und Ausbildner, Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertreterinnen und Vertreter der Sozialpartner und der Länder in kollegialer Atmosphäre zu aktuellen Themen diskutieren, Kontakte knüpfen und Ideen und Erfahrungen austauschen. Duales Ausbildungsmodell krisenresistenter Vor kurzem fand der zweite Stammtisch beim Südtiroler Hoteliers- und Gastwirteverband HGV zum Thema „Touristische Ausbildungen in Zeiten von Corona – Chance und Lernpro- zess“ per Videokonferenz statt. „Auch in diesen herausfordernden Zeiten liegt der Fokus auf ei- ner qualitativ hochwertigen Ausbildung. Denn In der Euregio wird auf eine qualitativ hochwertige Ausbildung gesetzt. FOTO: ARCHIV/MARTIN WETSCHER klar ist, junge Menschen mit einer guten Aus- bildung sind bestmöglich auf die zukünftigen Herausforderungen vorbereitet“, betonte Bil- dungs- und Arbeitslandesrätin Beate Palfrader. Neben einer Podiumsdiskussion über die Aus- wirkungen von Corona auf die touristische Ausbildung erläuterte Gustav Tschenett, Lan- desdirektor der deutschsprachigen Berufsbil- dung und Bildungsdirektor, das Ausbildungs- system in Südtirol am Beispiel des Hotel- und Gastgewerbes. Mental- und Motivationstrainer Valentin Piffrader hielt einen Fachvortrag zum Thema Begeisterung und Begleitung. Ideale Verbindung Der Südtiroler Landesrat Philipp Achammer zeigt sich überzeugt, dass das duale Modell für die Zeit nach dieser Krise die richtige Antwort sei, um eine Erholung des Arbeitsmarktes vo- ranzubringen. „Für den beruflichen Anschluss braucht es zukünftig mehr denn je Ausbil- dungsmodelle, aus denen junge Menschen aus einer idealen Verbindung von Beruf und Aus- bildung in die Arbeitswelt hineinkommen.“ Die Arbeitsmarktdaten belegten schon jetzt, dass „das duale Modell in dieser Krisensituati- on widerstandsfähiger ist“, betont Achammer und ergänzt: „Es ist daher unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass dieses Modell der dualen Ausbildung in unseren drei Ländern, in Tirol, Südtirol und im Trentino weiter beibehalten und gefördert wird.“ „Der Tourismus gehört zwar derzeit zu den Branchen, die von der Krise am stärksten be- troffen sind, zählt nach Einschätzung von Ex- pertinnen und Experten aber auch zu jenen Branchen, die sich nach der Krise am rasches- ten erholen wird. Wir setzen im Tourismus auf Qualität und nicht Quantität. Deshalb ist eine professionelle Ausbildung gepaart mit Freund- lichkeit und Fleiß eine Trumpfkarte, die wir im internationalen Wettbewerb ausspielen müs- sen,“ unterstreicht Landeshauptmann Günther Platter. M it dem Arbeitsschwerpunkt „Duale Ausbildung“ werden die „Stammti- sche für LehrlingsausbildnerInnen“ als eine der Initiativen des Ausbilderforums Tirol vorgestellt. Die Veranstaltungsreihe wird von der Abteilung Gesellschaft und Arbeit des Landes Tirol gemeinsam mit dem „Aus- bilderforum Tirol“, der Arbeitsmarktförde- rungsgesellschaft (amg-tirol) und demEure- gio-Büro organisiert. Der erste Stammtisch wurde im Februar 2020 in der Firma Swa- rovski in Wattens abgehalten. Nach der Ver- anstaltung in Bozen folgt ein weiterer Stammtisch im Trentino. Die Abschlussver- anstaltung wird wiederum in Tirol durchge- führt. Über das Euregio- AusbilderInnen-Forum D iese Woche ha- ben die Studie- renden im Rahmen der ÖH-Wahlen ihre Ver- tretung gewählt. Das vergangene Jahr war in der Studierendenvertretung aber nicht von konstruktiver Arbeit sondern von internen Grabenkämpfen und Personaldebatten ge- prägt. Es ist höchste Zeit, die Pflichtmit- gliedschaft in der ÖH zu hinterfragen. Auch wenn es seit vielen Jahren keine Studi- engebühren mehr gibt, müssen die Studie- renden jedes Semester einzahlen – und zwar rund 20 Euro ÖH-Beitrag. Wer nicht recht- zeitig bezahlt, kann das Studium nicht fort- setzen. Doch warum müssen so harte Sank- tionen angedroht werden, um die Studie- renden als Mitglieder in der ÖH zu gewin- nen? Einer der Gründe könnte sein, dass die ÖH selbst keine überzeugenden Argumente für eine Mitgliedschaft liefert. Was die Stu- dierenden brauchen, sind Ansprechperso- nen, die ihre Fragen zu einzelnen Prüfun- gen, Vorlesungen und Professoren beant- worten, sowie Rechtsberatung und Unter- stützung beim Ansuchen um Förderungen. Was die Studierenden außerdem brauchen, ist eine starke Stimme der ÖH, wenn es um bildungspolitische Anliegen geht. Was sie dagegen nicht brauchen, sind Vertreterin- nen und Vertreter, die eine politische Kar- riere außerhalb der Hochschulpolitik an- streben und gehorsam alles unterstützen, was die ihrer Fraktion nahestehende Partei fordert – auch gegen die Interessen der Stu- dierenden. Was sie auch nicht brauchen, sind Eitelkeiten, Streitereien und politische Grabenkämpfe in einer Phase, in der die Hochschulen durch Corona vor besonders großen Herausforderungen stehen. Einmal ganz abgesehen von über Beiträge finanzier- ten „gratis“ Busfahrten zu Demonstrationen nach Wien und sonstigem allgemeinpoliti- schen Aktivismus, der mit Hochschulpolitik nichts zu tun hat. Die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft soll dabei keineswegs eine Schwächung der ÖH sein. Im Gegenteil, freiwillige Mitglied- schaft in einer Interessensvertretung kann diese sehr wohl stärken. Ein Beispiel dafür sind die Gewerkschaften. Die freiwillige Mitgliedschaft würde aber wahrscheinlich dazu führen, dass sich die Studierendenver- tretung wieder auf ihren eigentlichen Zweck, nämlich die Interessensvertretung der Studierenden und gute Serviceleistung, besinnt, anstatt sich in ideologischen Gra- benkämpfen zu verlieren. [email protected] Fokus auf Schiene undDigialisierung Brennerbahn: Verlagerung von der Straße auf die Schiene Bei der ersten Sitzung der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn mit demSüdtiroler LandesratDaniel Alfreider undHandelskam- mer- Präsident Michl Ebner ging es umdie Verlagerung des Ver- kehrs von der Straße auf die Schiene. M it Jahresanfang hat Südtirol für das Biennium 2021 - 2022 die Präsident- schaft der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn (AGB) vom Freistaat Bayern übernommen. Südtirol verfolgt einen gesamt- heitlichen Ansatz einer integrierten Mobilität am Brennerkorridor mit dem Ziel der Verlage- rung des Güter- und Personenverkehrs. Für das Jahr 2021 steht das Programm unter dem Schirm des europäischen Jahrs der Schiene, während im folgenden Jahr der Fokus auf die Digitalisierung im Schienenverkehr in den Mit- telpunkt gerückt werden soll. Im Mittelpunkt der gestrigen Arbeitssitzung standen dabei besonders die Terminalstruktu- ren für den Güterverkehr, die ein wesentlicher Bestandteil imMosaik der Verlagerung von der Straße auf die Schiene sind. Dazu wurden Ver- treter der Verladebahnhöfe Quadrante Europa in Verona und Interbrennero in Trient eingela- den. In den Fachvorträgen wurde ein Resümee über die Ist-Situation an den Bahnhöfen gezo- gen und auf die Problematik der regulatori- schen Rahmenbedingungen im kombinierten Verkehr hingewiesen. Für die Südtiroler Präsidentschaft stellt die 29 Jahre alte EU-Richtlinie 92/106 zum kombi- nierten Verkehr einen entscheidenden Hebel für mehr Güterverkehr auf der Bahn auf der Brennerachse dar. Die regulatorischen und wirtschaftlichen Maßnahmen dieser Richtlinie sind heute nicht mehr zeitgemäß und nicht aus- reichend, um das ambitionierte Ziel der Verla- gerung eines Teils des Schwerverkehrs zu errei- chen. Landesrat Alfreider und Handelskammerpräsi- dent Ebner sind überzeugt: Politisches Ziel der Südtiroler AGB-Präsidentschaft ist es eine ge- meinsame Position im Brennerkorridor zu er- arbeiten, um auf EU-Ebene entsprechende Än- derungen der Richtlinie zum kombinierten Verkehr zu erreichen. Neues Erscheinungsbild für die AGB „Gestern wurde dazu in der Sitzung der Südti- roler Präsidentschaft der Auftrag erteilt, ein ab- gestimmtes Positionspapier zu erarbeiten“, so Landesrat Daniel Alfreider. Handelskammer- präsident Michl Ebner betonte: „Wir brauchen dringend eine wettbewerbsfähige Verlagerung des Verkehrs von der Straße auf die Schiene. Die Voraussetzung dafür sind funktionierende Verladebahnhöfe“. Die Aktionsgemeinschaft Brennerbahn feiert im Jahr 2021 ihr 30-jähriges Bestehen. KOMMENTAR

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