basics Nr. 476

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Tirol erhöht dasTempo Die Radwegoffensive geht weiter – Die Tirolerinnen und Tiroler sollen vermehrt – nicht nur beruflich – aufs Rad steigen Das Radfahren bekommt in Tirol einen immer wichtigeren Stellenwert. Der gezielte Ausbau der Radinfrastruktur verfolgt zwei Ziele: Tirolerin- nen und Tiroler sollen von der Offensive profitieren und vermehrt aufs Rad steigen. Und auch das touristische Angebot wird noch attraktiver. Mit der Radwegoffensive soll den Tirolerinnen und Tirolern das Radfahren schmackhaft gemacht werden. Foto: Tirol Werbung D ie Radsaison hat kaum be- gonnen, da nimmt sie auch schon volle Fahrt auf. er erste Höhepunkt lässt nicht lange auf sich warten. Die Tour of the Alps (19. bis 23. April), die heuer hochkarätig besetzt ist, gibt einen ersten Vorgeschmack auf ein Radjahr, das neue Perspektiven er- öffnet und auf eines abzielt: Tirol soll zum Radland Nummer eins werden. Das Land Tirol setzt den gezielten Ausbau des Radwegenetzes fort und setzt auf zwei Effekte: Zum ei- nen sollen die Tirolerinnen und Tiroler öfter das Auto stehen las- sen und aufs Rad setzen. Und auch in ihrer Freizeit sollen sie diese ge- sunde Sportart verstärkt ausüben. Auf diese Karte setzt auch die Tirol Werbung: Das Angebot reicht vom Rennreigen für Jedermann bis zu entspannten Radwandern für Ge- nussradler und Familien. Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler hat eine Vision für Radland Tirol 2030: „Wer an Tirol denkt, soll künftig nicht nur an Skifahren und Wandern, sondern auch an Radfahren denken.“ Weitere interessante Informatio- nen zum Radland Tirol finden Sie in dieser Ausgabe auf den Sei- ten 2,4 und 5. 145 Kilometer Radwege wurden seit Beginn der Tiroler Radwegoffensive neu gebaut oder saniert. An 62 Kilometern wird 2021 gebaut. Weitere 64 Kilometer sind in Planung. Seit Inkrafttreten der Tiroler Radwegof- fensive wurden Investitionen von 57 Millionen Euro im Bereich Radwegeaus- bau angestoßen. Insgesamt umfasst das Radwegenetz bereits 1.100 Kilometer Für sportliche Fahrer stehen 3.800 Ki- lometer ausgebaute Rennradrouten und rund 115 Singletrails zur Verfügung. Das Radland Tirol in Zahlen Sicheres Vermieten – Landesrätin Palfrader will Leerstand aktivieren A uf Initiative der Arbeiterkammer Tirol lud Wohnbaulandesrätin Beate Palfrader eine hochkarätige Runde ins Landhaus ein. Dabei wurde die Projektgruppe „Sicher Vermieten“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, leerstehende Wohnungen auf den Mietmarkt zu bekommen. „Wir wollen Eigentümerinnen und -eigentümer von leerstehenden Wohnungen mit einem at- traktiven Angebot dazu bewegen, ihre Woh- nungen zu vermieten“, so die Landerätin. „Ein Gewinn für Vermieter und Mieter.“ Großes Potenzial in Innsbruck Schätzungen haben ergeben, dass in Innsbruck zwischen 2.000 und 3.000 Wohnungen leer ste- hen. „Aus diversen Befragungen wissen wir, dass die Gründe für den Leerstand vielfältig sind. Einerseits ist das Mietrechtsgesetz zu kompliziert, andererseits möchte man sich möglichen Ärger infolge der Vermietung erspa- ren. Hier wollen wir ansetzen und den ganzen Aufwand, das Risiko und den möglichen Ärger abnehmen“, erklärt die Wohnbaulandesrätin die Idee und verweist auf Vorarlberg, wo sich bereits so ein Modell bewährt hat. Tiroler Modell für „Sicheres Vermieten“ Nun sollen Vertreter von Land Tirol, Stadt Innsbruck, Gemeindeverband, Arbeiterkam- mer, Wirtschaftskammer, Diözese Innsbruck und der Gemeinnützigen Bauvereinigungen ein partnerschaftliches Projekt ausarbeiten, wie man gemeinsam ein Tiroler Modell „Sicheres Vermieten“ gestalten und in die Tat umsetzen kann. „Eine leistbare Wohnung ist für viele Menschen ein großes Problem. Daher wollten wir anlässlich des Tiroler Landesfeiertages eine Projektgruppe installieren, um den Menschen zu zeigen, dass wir um ihre Sorgen wissen und uns auch dafür einsetzen, Abhilfe zu schaffen“, erklärt AK-Präsident Erwin Zangerl. AK-Präsident Zangerl, LRin Fischer, Bischof Glettler, LRin Palfrader und Bgm Willi (von links) wollen leerstehende Wohnungen zur Vermietung bringen. Foto: Land Tirol Pichler Wirtschaftskammer: Lehrlinge und Fachkräfte dringend gesucht E s wirkt auf den ersten Blick paradox: Tirol verzeichnet eine Rekordarbeitslosigkeit von 11 Prozent (Vergleichszeitraum 2020: 4,1 Prozent) – aber trotzdem finden viele Tiroler Unternehmen keine Lehrlinge und Fachkräfte. „Trotz Corona-Krise gibt es in den Tiroler Be- trieben einen ausgeprägten Lehrlings- und Fachkräftemangel. Über 2.000 Lehrstellen Beim AMS sind derzeit in Tirol über 2.100 Lehrstellen gemeldet“, zeichnet Präsident Christoph Walser ein deutliches Bild der Situa- tion, „das ist für die Betriebe eine große Her- ausforderung – zugleich aber eine große Chan- ce für die Jugendlichen, ihre Wunsch-Lehrstelle zu bekommen.“ In Tirol befinden sich derzeit 10.350 Lehrlinge in 3.280 Lehrbetrieben in Ausbildung. Gefragte Ausbildung „Viele Eltern geben im Zweifel immer noch ei- ner schulisch-akademischen Ausbildung den Vorrang. Eine Lehre wird nach wie vor haupt- sächlich als Arbeit gesehen – aber eine Lehre ist vor allem eines: eine Top-Ausbildung. Das Image der Lehre hat sich in den vergangenen Jahren zwar massiv verbessert, ist aber noch nicht dort, wo es sein müsste“, sieht WK-Lehr- lingskoordinator die Hauptursache für die ak- tuelle Situation. Die beiden Wirtschaftsvertre- ter betonen, dass die Lehre oft unter ihrem Wert geschlagen wird und verweisen auf zahl- reiche Pluspunkte der dualen Ausbildung: „Wenn man sich die Führungsebenen vieler Be- triebe ansieht, findet man dort viele ehemalige Lehrlinge. Die duale Ausbildung ist nicht nur die Basis für eine fundierte Fachausbildung, sondern eröffnet auch Karrierechancen.“ „Eine Lehre ist vor allem eines: eine Top-Aus- bildung“, erklärt WK-Lehrlingskoordinator David Narr. Foto: WK Tirol/ Die Fotografen Charly Lair FREITAG, 26.3.2021 NR. 476 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000

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