basics Nr. 474

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Die Grenzkontrollen an den deutschen Grenzen sorgen für Unmut. Foto: Zeitungsfoto.at Kritik an Schließung EU-Abgeordnete Thaler äußert sich zur deutschen Grenzpolitik Die Tiroler Europaparlamentarierin Barbara Thaler (ÖVP) reagiert mit Unverständnis auf die Schließung der Grenze. Sie kritisiert die Verlängerung des unverhältnismäßigen deutschen Grenz- regimes und fordert Abkehr vomGrenzschließung-Fleckerlteppich. D ie Entscheidung der Bundesrepublik Deutschland, die De-Facto Grenz- schließung zu Tirol und Tschechien beizubehalten, stößt bei der Tiroler Europapar- lamentarierin und Landesobmann-Stellvertre- terin der Tiroler Volkspartei, Barbara Thaler, auf Unverständnis: „Wenn wir in einem Jahr Pandemie etwas gelernt haben, dann, dass sich das Virus nicht von geschlossenen Grenzen aufhalten lässt. Der Quasi-Einreisestopp, den Deutschland auf Kosten Tirols und Tschechiens betreibt, ist uneuropäisch, unverhältnismäßig und auch unrechtmäßig, wie führende Europa- rechtsexperten bestätigen. Ein negativer Coro- natest muss für den Grenzübertritt genügen!“, fordert Thaler eine Abkehr vom Grenzschlie- ßungs-Fleckerlteppich. Trotz der Aufforderungen der Europäischen Kommission und mehrerer EU-Staaten weicht die Bundesrepublik nicht von ihrem Kurs ab. „Das richtet großen Schaden an. Nicht nur was die Wirtschaft betrifft, sondern auch was das Vertrauen der Menschen in das Grundprinzip der europäischen Union anbelangt, nämlich den Willen, gemeinsame Probleme auch ge- meinsam lösen zu wollen. Dabei hat der Rat während der deutschen Ratspräsidentschaft noch vor wenigen Monaten eine Empfehlung für eine koordinierte Vorgehensweise bei der Beschränkung der Freizügigkeit angenommen. Unter der jetzigen Situation leiden unser ge- meinsames Europa und unsere Grenzregionen sehr “, ist Thaler sichtlich enttäuscht. Für sie müsse man unabhängig von Nationalität und Parteizugehörigkeit Interesse an einem gemein- samen europäischen Schulterschluss haben. „Abschottung und Isolation bringen uns im Kampf gegen die Pandemie nicht weiter, son- dern untergraben nur die jahrelangen Investi- tionen in den Grenzregionen“, so Thaler. Vorsorge in Krisenzeiten Die Corona Krise hat auch in Tirol ihre Spu- ren hinterlassen und neben den gesundheitli- chen Risiken vielerorts zu Kurzarbeit, Arbeits- losigkeit und Unternehmensschließungen ge- führt. Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Umfrage von IMAS Austria im Auftrag von Erste Bank, Sparkassen und Wie- ner Städtische inwieweit sich die wirtschaftli- che und gesundheitliche Gefahrensituation auf das Leben und die Vorsorgestimmung der Ti- rolerinnen und Tiroler auswirkt. Vorsorge mit hoher Bedeutung Die Bedeutung der finanziellen Vorsorge ist für acht von zehn befragten Menschen im Bun- desland (80 %) gerade in Krisenzeiten hoch, was sich auch im Trendvergleich zeigt. Demzu- folge werden im Schnitt 161 Euro imMonat für die private Pensions- und Gesundheitsvorsorge investiert. Männer legen durchschnittlich 204 Euro und Frauen 110 Euro zur Seite. Reserven und Pension als Motiv Unter den Top-Vorsorgethemen in Tirol, al- so jenen Lebensbereichen, für die man jeden- falls gerne bereit ist, privat ergänzend vorzusor- gen, stehen drei Bereiche ganz klar im Fokus: Die Gesundheit sowie das Ansparen von kurz- fristig verfügbaren finanziellen Reserven (66 %) und das Thema Pension (62 %). Überra- schend: Erst an dritter Stelle kommt die Familie (60 %). Mehr zur Studie auf Seite 5 Acht von zehn Tirolern halten finanzielle Vorsorge für wichtig. Foto: Tiroler Sparkasse Testen als Grundlage für Öffnungen ÖVP-Klubobmann Jakob Wolf ist davon überzeugt, dass Testen der Schlüssel für sei, um gut durch die nächsten Wochen zu kommen. Eine hohe Testfrequenz sei die Grundlage für weitere Öffnungsschritte und die Kosten für die Tests seien ein Bruchteil dessen, was ein weite- rer Lockdown kosten würde. Teststrategie erfolgreich „Testen ist der Schlüssel, um gut durch die nächsten Wochen zu kommen. Nicht umsonst fahren immer mehr EU-Länder ähnliche Stra- tegien und bauen ihre Kapazitäten aus. Öster- reich ist hier europaweit an der Spitze und Vor- bild für andere. Wenn wir wollen, dass die In- fektionszahlen in den nächsten Wochen trotz Öffnungsschritte im Rahmen bleiben, gibt es zum Testen keine Alternative. Zumindest so- lange nicht, bis wir die vulnerablen Gruppen durchgeimpft haben“, sagt VP-Klubobmann Ja- kob Wolf. „Wir alle haben leider in Südtirol ge- sehen, wie rasch eine zu schnelle Öffnung ohne begleitende Testpflicht zu einer Explosion der Zahlen führen kann. Auch wenn ich die Unge- duld verstehe, müssen wir deshalb vorsichtig bleiben und die Entwicklung genau beobach- ten“, sagt Wolf. Testen günstiger als Lockdown Zur Diskussion über die Testkosten sagt der VP-Klubobmann: „Ja, die Tests kosten etwas. Man muss aber schon die Relationen im Auge behalten. Die dafür verwendeten Mittel ma- chen einen Bruchteil dessen aus, was unsere Volkswirtschaft ein weiterer Lockdown kosten würde. Wenn wir es mit intensivem Testen schaffen, die Infektionszahlen niedrig zu halten und ein erneutes Herunterfahren aller Wirt- schaftszweige zu verhindern, dann macht sich diese Investition zigfach bezahlt.“ Jakob Wolf beurteilt die Teststrategie positiv und sieht Österreich als Vorbild. Foto: VP Angerer FREITAG, 26.2.2021 NR. 474 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000 Die Tiroler BASICS Redaktion: Exlgasse 20, 6020 Innsbruck Mail: [email protected] Anzeigen: Tel. 0512 28 29 11-50 Österreichische Post AG, RM19A041900K Athesia Tyrolia Druck GmbH Exlgasse 20, 6020 Innsbruck tirol.wifi.at/94210080 Das professionelle Trainingscamp für das Abenteuer Wirtschaft. 15.03.21-16.04.21 | Innsbruck Jetzt anmelden! t: 05 90 90 5-7236 e: [email protected] Unternehmer- training (Modul 5) Bedeutung von "Finanzieller Vorsorge" Frage: "Bitte beantworten Sie uns nun ein paar Fragen zum Thema 'Finanzielle Vorsorge' . Für wie wichtig halten Sie persönlich das Thema?"

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