basics Nr. 473

Die Tiroler D I E Z E I T UNG F ÜR POL I T I K , WI R T SCHA F T, B I L DUNG , WI SSEN UND MOB I L I TÄT · WWW. BAS I CS -MED I A . AT Die Bevölkerung in Tirol soll künftig noch intensiver getestet werden, um die Verbreitung von Mutationen zu verhindern. Foto: Land Tirol/Berger Die Tiroler BASICS Redaktion: Exlgasse 20, 6020 Innsbruck Mail: [email protected] Anzeigen: Tel. 0512 28 29 11-50 Österreichische Post AG, RM19A041900K Athesia Tyrolia Druck GmbH Exlgasse 20, 6020 Innsbruck Es geht umdieMotivation S piele ohne ZuschauerInnen oder abgesagte Spiele, keine Eintrittsgelder und keine Erlö- se aus dem Kantinen- betrieb – diese bittere Erfahrung machen die heimischen Sportverei- ne im Zuge von Coro- na. Um die Einnah- menausfälle im vergan- genen Herbst zumin- dest einigermaßen zu kompensieren, greift das Land Tirol gemein- nützigen Vereinen, die mit ihren Mannschaf- ten und Teams in der Allgemeinen Klasse an einem Ligabetrieb teil- nehmen, unter die Ar- me und unterstützt sie mit 450.000 Euro. „Den daraus entstandenen Einnahmenaus- fall federn wir seitens des Landes jetzt ab. Es geht dabei nicht nur um die finanzielle Absi- cherung der Ver- eine, es geht auch darum, die Moti- vation bei den Mitgliedern und Funktionärinnen und Funktionären zu erhalten“, sieht Sportreferent Landeshaupt- mann-Stellvertre- ter Josef Geisler in der Landesunter- stützung mehr als eine rein finanzi- elle Hilfestellung. Das Geld wird demnächst an die Vereine überwiesen. Damit soll auch gewährleistet werden, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb, umgehend gestartet wer- den kann, sobald dies wieder möglich ist. Für den Zeitraum ab Frühjahr bis Ende 2020 erhalten gemeinnützige Organisationen und damit auch Sportvereine zudem Unterstützung aus dem NPO-Unterstützungsfonds des Bun- des. Bislang sind über diese Schiene rund fünf Millionen Euro an Corona-Unterstützungsleis- tungen an die Tiroler Sportvereine geflossen. „Wir alle wünschen uns vor allem eines – Pla- nungssicherheit. Diese Planungssicherheit gibt es derzeit leider noch nicht“, bedauert Geisler und will zumindest finanzielle Berechenbarkeit für die Sportvereine. „Diese Pandemie geht an die Substanz der Vereine. Deshalb ist es unbedingt notwendig, dass der NPO-Fonds des Bundes verlängert wird, bis ein annähernd regulärer Vereinsbe- trieb wieder möglich ist“, fordert Tirols Sport- landesrat, der sich auch bald wieder einen ge- ordneten Sportbetrieb wünscht. Foto:LandTirol/Aichner NeueMaßnahmen fürTirol Contact Tracing wird verstärkt, Massentestungen werden ausgeweitet Umdie Ausbreitung der südafrikanischenMutation des Corona- virus einzudämmen, ergreift das Land Tirol neue Maßnahmen. NochmehrMenschen sollen künftig getestet werden. N ach detaillierter Analyse der aktuellen Da- tenlage zu den südafrikanischen Mutati- onsfällen legt das Land Tirol ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der Muta- tionsvarianten vor. Die Tiroler Landesregie- rung verständigte sich auf diese Vorgangsweise und informierte alle im Tiroler Landtag vertre- tenen Parteien. „Die aktuelle Lage in Tirol ist zweigeteilt: Einerseits sinken derzeit die Infek- tionszahlen, wodurch Tirol bei der 7-Tages-In- zidenz aktuell besser liegt als der Österreich- Schnitt. Andererseits sind wir österreichweit mit einer zunehmenden Häufung an Mutati- onsfällen konfrontiert. Bei uns in Tirol sind es größtenteils südafrikanische Mutationsfälle“, so Tirols Landeshauptmann Günther Platter. Folgen der Mutation unklar Die derzeitige Herausforderung der südafri- kanischen Virusmutation sei laut ExpertInnen, dass aktuell noch nicht restlos geklärt ist, wie die zur Verfügung stehenden Impfstoffe auf diese Mutation wirken. Wie bereits kommuni- ziert setzt das Land Tirol bereits jetzt ein Maß- nahmenpaket zur Eindämmung der Mutations- fälle in Tirol um. Zur Verhinderung der Ausbreitung der Pan- demie und seiner Mutationen legt das Land Ti- rol folgendes weiteres Maßnahmenpaket vor: Strenge Kontrolle der Grenzen auf die neue verschärfte Einreiseverordnung durch Poli- zei und Bundesheer. Verschärfte Kontrollen zur Einhaltung der COVID-Maßnahmen wie Maskenpflicht, Abstandsregeln und Ausgangsbeschränkun- gen durch Polizei. Fokus auf Alten- und Pflegeheime: Intensi- vierung der Schutzmaßnahmen. Bei Mutationsverdacht und Kontaktperso- nen Freitestung aus der Quarantäne: Nur nach negativem PCR-Test wird man aus der Quarantäne entlassen. Bevölkerung soll auf die Südafrika-Mutati- on sensibilisiert werden. Mobilität soll österreichweit so gut wie mög- lich eingeschränkt werden – Aufruf der Be- völkerung, unnötige Fahrten zu vermeiden. In Bezirken mit hoher 7-Tages-Inzidenz werden flächendeckende PCR-Tests ange- boten. Jeder positive PCR-Test wird in Tirol bereits bisher auf einen Mutationsverdacht untersucht. Genauso wie bei der Inanspruchnahme von körpernahen Dienstleistern soll als Vor- sichtsmaßnahme für das Betreten von Seil- bahnen auch ein negativer Antigen-Test vorgeschrieben werden. Tägliche Evaluierung und laufende Abstim- mung über Lagebild zwischen Bund und Land. Die Liste Fritz freut sich über einen Erfolg im Februarlandtag. Ihr Antrag zu einer scharfen Aktion gegen illegale Freizeit- wohnsitze in Tirol wurde angenommen. Die Liste Fritz sieht jetzt den idealen Zeit- raum, um gegen illegale Freizeitwohnsit- ze in Tirol vorzugehen. Kontrollen an der Grenze, Kontrolle von gemeldeten Haupt- wohnsitzen, Kontrolle der Einreise- und Quarantänebestimmungen. „Wir haben beharrlich auf das Problem mit illegalen Freizeitwohnsitzen hingewie- sen und im Februar-Landtag einen Schritt in die richtige Richtung durchsetzen kön- nen. Unser Dringlichkeitsantrag für eine „Aktion scharf„ gegen illegale Freizeit- wohnsitze hat leicht abgeändert die Mehrheit im Tiroler Landtag bekommen. Es geht um die Einhaltung der Gesetze in Tirol“, so der Liste-Fritz-Abgeordnete Mar- kus Sint. Illegale Freizeitwohnsitze befeu- ern den Ausverkauf der Heimat, sie ver- knappen unseren Grund und Boden und sie verteuern das ohnehin schon sünd- teure Wohnen für uns Einheimische noch mehr, ist der Abgeordnete vom Ernst der Lage überzeugt. Er geht davon aus, dass den 16.000 lega- len Freizeitwohnsitzen im Bundesland weitere 10.000 illegale Freizeitwohnsitze gegenüberstehen. Die zuständigen Be- hörden sollen sich nun die Pandemiesitu- ation zu nutze machen, um so schnell wie möglich illegale Freizeitwohnsitze aufzu- spüren und effektiv gegen diese vorzuge- hen, wird in dem angenommenen Antrag von der Liste Fritz gefordert. „Aktion scharf“ – Kampf gegen Freizeitwohnsitze FREITAG, 12.2.2021 NR. 473 14. JAHRGANG AUFLAGE TIROLWEIT ALLE 14 TAGE NEU 248.000

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